Zuerst eine Geschichte …

Alfons Reich geht ins Juweliergeschäft von Gerhard Goldstein.
Da er am Wochenende zu einer Feier von seinem Chef eingeladen ist, möchte er für seine Frau ein kostbares Collier ausleihen:
Gerhard Goldstein: „Sie können das Collier gerne über das Wochenende ausleihen. Ich muss Sie aber um ein Pfand von 5.000 € in bar bitten.“
Alfons Reich: „Selbstverständlich. Ich habe zufällig das Geld dabei. Würden Sie mir bitte ein Quittung ausstellen?“
Gerhard Goldstein: „Bitteschön, hier ist Ihre Quittung, Hier habe ich Ihnen das Collier eingepackt.“
„Und passen sie mir gut auf ihre Frau auf.“ ruft er lachend seinem Kunden nach.

Nachdem Alfons Reich das Geschäfts verlassen hat, fällt dem Juwelier ein, dass der neue Monat angefangen hat und die Miete für das Geschäft zur Zahlung fällig ist. Da er 5.000 € in der Kasse hat und an Miete genau 5.000 € offen sind , überweist er nicht von seinem Konto, sondern nimmt das Geld aus der Kasse und nutzt die Gelegenheit für ein Treffen auf einen Kaffee bei seinem Vermieter Horst Hai.

Horst Hai seinerseits freut sich, Gerhard Goldstein zu sehen, nicht zuletzt, weil beide Formel-1-Fans sind und weil er seinerseits seinen Porsche von Berta Schneller gekauft hat und sie vereinbart haben, einen Restbetrag von 15.000 € des Kaufpreises auf drei Raten aufzuteilen, deren letzte Rate zur Zahlung fällig ist.

Nachdem die beiden nun ausgiebig ihrenKaffee genossen haben, bringt Horst Hai die erhaltenen 5.000 € zu Berta Schneller. Die ist schon deshalb hoch erfreut, weil sie beim Vormittagseinkauf ein Paar kostbare Ohrringe mit Brillianten in Gerhard Goldsteins Juweliergeschäfts gesehen hat.

Nach einem Prösterchen mit Likörchen gemeinsam mit dem Gentleman, der ihren Porsche gekauft hat, läuft sie mit den soeben erhaltenen 5.000 € in Gerhard Goldsteins Juweliergeschäft, bevor ihr jemand anderes die ins Auge gefassten Ohrringe „vor der Nase“ weg kaufen kann.

Gerhard Goldstein freut sich sehr, wieder 5.000 € in die Kasse zu bekommen und somit den Pfandbetrag gegen Rückgabe seiner Quittung und des Colliers nach dem Wochenende wieder zurückgeben zu können.


Alle haben Ihre „Schuldwerte“ ausgeglichen. Alle hatten einen Gewinn, sogar Gerhard Goldstein, der die am Ende verkauften Ohrringe erst einkaufen oder herstellen musste.

Wurden die 50 Einhundert-Euro-Scheine für den Ausgleich wirklich gebraucht oder hätte für den gleichen Effekt nicht ein Notizzettel mit dem Betrag und der Unterschrift von Alfons Reich ausgereicht, wenn alle das Vertrauen in den Wert von Alfons Reich’s Unterschrift, in seinen unbedingten Willen zur Erfüllung seiner Zahlungsversprechen, in seinen Ausgleichswillen, in seine Ehrenhaftigkeit gehabt hätten. Die Welt heute ist schon deshalb in Unordnung, weil genau denen die höchste Bonität angedacht wird, die gar nichts leisten und sich sogar noch exklusiv das Recht genommen haben, durch die (Nicht-)Zurverfügungstellung von Ausgleichsmitteln über Armut und Reichtum der Menschen zu entscheiden.

Was wäre also der Unterschied gewesen, wenn alle mit „dem guten Namen“ von Anton Reich ausgeglichen hätten, mit einem von ihm eigenhändig signierten Wechsel?

Daran wird klar, warum Henry Ford das Verständnis über das heutige Geldsystem mit der Möglichkeit eines spontanen Ausbruchs einer Revolution in Verbindung gebracht hat:
Für den Ausgleich von Forderungen steht nicht nur „der Euro“ zur Verfügung. Es gibt eine ganze Reihe von alternativen Zahlungsmitteln, von denen der in Vergessenheit geratene Wechsel nur einer ist.

Jeder Mangel und jede Armut, die wir in der heutigen Zeit sehen, findet ihre Ursache im Verständnis und im Verhalten der Mitmenschen, die der Meinung sind, dass es sich bei dem heutigen Giralgeld um etwas Werthaltiges von Substanz und nicht nur um ein Transportmittel des unsichtbaren Wertes handelt, den Menschen durch gebührenpflichtige Nutzung (Zinsen, Steuern, Abgaben) des Giralgeldes miteinander austauschen. Das Firmenkonsortium – nennen wir es „die Firma“ – das uns heute beherrscht, ist weder der Herausgeber des Geldes noch Erschaffer von Werten. Nichts von dem, was Du aus den öffentlichen Quellen begehrst, wird von einem anderen als den Menschen um uns herum erwirtschaftet.
„Die Firma“ wirtschaftet nicht, sondern macht die Regeln eines globalen Monopoly-Spiels und erzwingt Deine Rolle als Spielfigur.

Wer sich mit diesem Spiel auskennt, weiß, dass man die Abhängigkeit von der Bank mit einer Erweiterungsregel abschaffen kann, ohne dass jemand einen Schaden erleidet: Man einigt sich, dass sich alle Spieler gegenseitig Schuldscheine mit ihrer Unterschrift zuschieben können, welche wie Bargeld weitergegeben werden dürfen. Es ist nun im Spiel erlaubt, privates Geld – nämlich den Schuldschein – selbst zu schöpfen, wenn ein Ausgleich aufgrund der Knappheit des öffentlichen Monopoly-Geldes nicht möglich ist.

Solange hingegen die Bank der einzige legitime Herausgeber von Geld ist, das die Bank zum reinen Materialpreis herstellen kann und das keinerlei Wertdeckung beinhaltet, wird den Banken die Macht gegeben, zu entscheiden, in welchem Maß Männer und Weiber ihre Schöpfungskraft in Werte transformieren können. Dafür hat der Mensch den Begriff „Sklaverei“ gefunden.

Die Banken mischen die Karten. Sie spielen Mangel und Fülle mit uns Menschen, sie haben die Macht über Armut und Reichtum, bis wir gemeinsam wexeln.

Es ist an der Zeit, dass der Mensch im Globalen das Spiel erkennt und aus der damit erkannten Not heraus zu seiner Ursprünglichkeit und Natürlichkeit zurückfindet. Er darf erkennen, dass dem Menschen als Bestandteil der Natur alle natürlichen Ressourcen durch die Schöpfung in der Gesamtheit kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Den Wert stellt der Mensch selbst. Er selbst ist der Wert. Er ist der Einzige, der der Person einen Wert gibt. Und er hat einen Anspruch auf unbegrenzten Zugang zu seinem Wert, wie auch immer dieser Zugang umgesetzt wird.

Der Wechsel und der Schuldschein sind legales privates Geld, das der Mensch selbst schafft und das in seinem Eigentum bleibt und nicht im Eigentum der das Giralgeld herausgebenden Banken und Zentralbanken. Wechsel und Schuldschein sind nach der Auffassung namhafter Handelsgerichte und Juristen zu behandeln wie Bargeld. In einem Giralgeldsystem ist nicht das Geld der Wert, wie auch der Bahnwagon nicht seine Ladung ist.

Das Schöpferteam von www.wexeln.com will deshalb eine Handelsplattform schaffen, die im Privaten gedeiht und die dem Wechsel als Zahlungsinstrument ein neues Leben gibt.


Bertolt Brecht:
„Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“